Der Brocken

Den Brocken im schönsten Sonnenschein und bei Schnee zu erleben war mir im März 2015 vergönnt. Nach bereits ungefähr 15 km Skilanglauf auf der Rote-Bruch-Loipe (leider in umgekehrter Richtung und daher mehr bergauf als bergab) hatten wir uns am frühen Nachmittag noch kurzerhand entschieden, ab Dreieckigen Pfahl, dem Dreiländereck im Harz, eine Brockenbesteigung per Skiern zu machen. Es hat sich wahrlich gelohnt, von der Brockenbahn und ihren faszinierenden Dampflokpfeifen begleitet, hatten wir einen wunderschönen Aufstieg mit herrlichen Aussichten – bei voller Sonne und ausgezeichneten Schneeverhältnissen. Die Sicht war grandios, ein recht seltenes Erlebnis auf dem Brocken. Hinterher gab es dann noch eine Soljanka beim Brockenwirt. Dort hängt ein bemerkenswertes Schild, das Erwähnung verdient:

Ehre sei Gott im Himmel, daß er die Berge so hochgestellt.
Und tat damit seine Weisheit kund
Auf daß nicht ein jeder Lumpenhund
Mit denen die Täler so reichlich gesegnet
Dem fröhlichen Wanderer hier oben begegnet.

Der Abstieg mit Skiern ging schnell und war sehr vergnüglich, zum Glück waren nur noch wenige Leute unterwegs.

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Goethe und der Brocken

Eine Brockenbesteigung unternahm schon Goethe auf seinen Harzreisen mehrmals, allerdings brauchte er etwas länger, aber damals war’s natürlich beschwerlicher. Ein Teil des Weges nennt sich daher Goetheweg. Hier ein Auszug aus „Goethes Briefen“, in dem er über seinen ersten Brockenaufstieg berichtet:

Goethe an Johann Heinrich Merck
Weimar, 5. August 1778

[…] Letzten Winter hat mir eine Reise auf den Harz das reinste Vergnügen geben. Du weißt, daß so sehr ich hasse, wenn man das Natürliche abenteuerlich machen will, so wohl ist mir’s, wenn das Abenteuerlichste natürlich zugeht. Ich machte mich allein auf, etwa den letzten November, zu Pferde, mit einem Mantelsack und ritt durch Schloßen, Frost und Koth auf Nordhausen, den Harz hinein in die Baumannshöhle, über Wernigerode, Goslar auf den hohen Harz, das Detail erzähl‘ ich Dir einmal, und überwand alle Schwierigkeiten und stand den 8. Dez., glaub ich, Mittags um eins auf dem Brocken oben in der heitersten, brennendsten Sonne, über dem anderhalb Ellen hohen Schnee, und sah die Gegend von Teutschland unter mir alles von Wolken bedeckt, daß der Förster, den ich mit Mühe persuadirt hatte, mich zu führen, selbst vor Verwunderung außer sich kam, sich da zu sehen, da er viel Jahre am Fuße wohnend das immer unmöglich geglaubt hatte. Da war ich vierzehn Tage allein, daß kein Mensch wußte, wo ich war. […]

Quelle: www.goethezeitportal.de
* Goethes Briefe (Sophien-Ausgabe). Bd. 3. Weimar: Hermann Böhlau 1888, Nr. 729, S. 237-240. Auszug.

Auch Heinrich Heine bestieg den Brocken, nach ihm ist ein Weg benannt.

Über den Brocken gibt es aber auch einige Irrtümer

Wie es aktuell auf dem Brocken aussieht, kann man auf dieser Seite sehen.

 

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