Das macht was mit dir

Gerade kam mir eine Online-Werbung für ein Wissensmagazin unter.
Unter einem Werbefilm prangt der Name des Magazins und darunter die Floskel
Das macht was mit Dir… “ Ah ja. Was denn?
Wenn man auf die Anzeige klickt, erhält man die Info:

Starte jetzt dein xx-Abo mit einer Gratis-Ausgabe – danach jederzeit kündbar!

Aha. Jetzt weiß ich, was das mit einem macht: Nach Erhalt der Gratisausgabe vergißt man garantiert die Kündigung und hat ein Abo an der Backe, das man nicht braucht.
🙂

Was macht das mit Dir? oder auch „Wie geht es Dir damit?“ Diese Art Floskel gehört zu einem besonderen Jargon, den ich Psychojargon oder auch Gouvernantensprache getauft habe. Weitere Beispiele folgen in loser Folge, ich freue mich schon :-).

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Schaalsee, Salem-Dargow, Dutzow, Garrensee

Gestern war ich mit Bruderherz auf Geburtstagstour. Eine Turmbesteigung gehört seit Jahren dazu :-). Diesmal hatte ich mir den Aussichtsturm in Salem-Dargow am Schaalsee ausgesucht. Bereits die Autofahrt nach Salem war ein Erlebnis.. verschneite Landschaft wie im Harz, Schnee auf belaubten Bäumen… Eine echte Seltenheit. Leider fehlte die Sonne, aber immerhin gab es keine Niederschläge, allerdings mußte man mit Niederschlägen anderer Art rechnen: mit Schneeladungen, die von den Bäumen plumpsten  ;-). Ein weiterer Geheimtip: Der Garrensee bei Ratzeburg. Ein wirkliches Kleinod, das fast an bayerische Bergseen erinnerte. Es war wohl der Witterung geschuldet, daß wir so gut wie niemanden unterwegs getroffen haben.

Nachstehend ein paar Fotoimpressionen von der Tour (Wanderung von Salem/Salemer See am Schaalseekanal, Pipersee, Pfuhlsee bis Dargow und zurück, danach noch kurz Dutzow / Dutzower See, wo die ehemalige DDR-Grenze verlief).

Der Spiegel schrieb 1978:

Bundesbürger, die an der deutschdeutschen Grenze in DDR-Gewässern angeln, verfolgt die schleswig-holsteinische Justiz — wegen Diebstahls sozialistischen Eigentums. („Highlife am See„)

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unterwegs im Lauenburgischenp1040390
Elbe-Lübeck-Kanal
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Salemer Seep1040408
Salemer Seep1040410
Salemer See
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Dargow
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Blick vom Dargower Turm auf den Schaalsee
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Der Aussichtsturm Dargow nähe Schaalseehofp1040420
Badestelle Pipersee (hier habe ich ein kleines Kneipp-Bad genommen) 🙂
p1040431Garrensee bei Ratzeburg

Kommunizieren

Neuerdings – gefühlt schon ziemlich lange  – ist Kommunizieren ein einseitiger Vorgang. Man hört und liest ständig: Das muß (besser) kommuniziert werden… Offenbar hört sich das irgendwie (ge)wichtiger an als einfach nur: darüber muß informiert werden oder das muß den Leuten mitgeteilt, nahegebracht oder gesagt werden. Man könnte auch sagen, etwas sollte publiziert oder nach außen gegeben oder darüber sollte diskutiert werden. Auch Informationen weiterreichen oder weitergeben wäre möglich, ebenso wie einen Diskussionsprozeß in Gang setzen. So viele sprachliche Möglichkeiten und Varianten … Warum dann immer nur das falsche und zudem noch undeutliche kommunizieren? Vielleicht schon eine Art Neusprech? …

Kommunizieren ist für mich immer noch ein gegenseitiger Vorgang und nicht ein einseitiger (lateinisch communicare = gemeinschaftlich tun). Man kann nicht einem Gegenüber etwas kommunizieren, sondern nur mit ihm gemeinsam kommunizieren oder aber ihm etwas mitteilen oder ihn informieren.. Offenbar spielt das englische to communicate hier eine Rolle. Das kann auf Deutsch „mitteilen“ aber auch „kommunizieren“ bedeuten. „Kommunizieren“ im Deutschen ist immer gegenseitig, aber nunmehr kommt kommunizieren auch wie das englische communicate im Sinne von mitteilen daher und wird damit zu einem einseitigen Vorgang.

Es muß besser kommuniziert werden. Klar, damit bin ich einverstanden (Neudeutsch: „Da bin ich ganz bei Ihnen“). Aber nur in dem Sinne, daß das (gemeinsame) Kommunízieren bzw. die Kommunikation besser werden muß :-). Zum Beispiel weniger Mails schreiben und mal wieder mündlich kommunizieren? Dann gibt es vielleicht auch weniger Mißverständnisse. Wir leben offenbar in einer Zeit mit den besten Kommunikationsmitteln, aber der schlechtesten Kommunikation.

Hier hat sich jemand noch intensivere Gedanken darüber gemacht und liefert eine geschliffene grammatikalische Analyse :-)… Zitat:

„Kommunizieren“ ist ein intransitives Verb und kann daher nicht mit einem Akkusativobjekt verbunden werden. Daher ist es standardsprachlich nicht  möglich, „Sachverhalte zu kommunizieren“.

„Kommunizieren“ wird im Allgemeinen mit der Präposition „mit“ gebraucht.

         Ich kommuniziere mit Ihnen.
         Sie kommunizieren (miteinander).

„Kommunizieren“ bedeutet ’sich unterhalten‘, ‚miteinander sprechen‘. In der Regel benutzt man nur das Wort „kommunizieren“, ohne näher zu erläutern, über was gesprochen wird. Wollte man „kommunizieren“ dennoch – was eher unüblich ist – mit dem Inhalt der Kommunikation verbinden, so wäre dafür die Präposition „über“ am ehesten geeignet.

         mit jemandem über etwas kommunizieren
         Wir kommunizieren mit unseren Kunden über XY.

Besser ist es jedoch, diese Formulierung durch Verwendung eines anderen Verbes zu umgehen.

         mit jemandem über etwas diskutieren
         mit jemandem etwas besprechen

Hm, damit ist das Thema wohl erschöpfend behandelt und erklärt…:-)