Alle machen gute Jobs

Im Provinzblättchen liest man es, und oft kommt es aus dem Munde derjenigen, die sich besonders gerne mit Phrasen aller Art schmücken 😉

Er/Sie hat einen guten Job gemacht

Diese Redewendung gibt es im Deutschen gar nicht.  Es ist wieder mal eine schlampige Übersetzung des englischen: „to do a good job„.  Die richtige Übersetzung dafür ist, er hat seine Sache gut gemacht, er hat die Aufgabe gut bewältigt oder schlicht: es wurde gut gearbeitet. Scheint so, als seien die deutschen Ausdrücke aus der Mode gekommen (es gut machen, sich bewähren, gut arbeiten, erfolgreich sein, Erfolg haben, Lob verdienen, gute Arbeit leisten, seine Sache gut machen oder etwas gut bewältigt haben).

Offenbar machen nicht nur ganze Belegschaften, Ärzte,  Handwerker oder Praktikanten einen guten Job, sondern mittlerweile auch ganze Länder, so konnte man schon lesen „Dänemark hat einen guten Job gemacht“.

Tja, alle machen gute Jobs. Da fragt man sich bloß, wo sind die alle hin? Trotz der unzähligen guten Jobs, die gemacht werden, werden die doch immer rarer?
„Da hat wohl jemand seinen Job nicht gut gemacht“, meint Markus Reiter in „Die Phrasendrescher„.

Einmal mehr..

Gerade wieder gelesen: Hier zeigt sich einmal mehr, daß…

Einmal mehr“ ist wieder einmal (nicht einmal mehr) Kauderwelsch ;-).

Und wieder einmal ist es ein verkappter Anglizismus und eine falsche Übersetzung ins Deutsche, diesmal von „once more“. Liebe Schreiberlinge, es gibt reichlich Auswahl an passenden und schöneren Worten, wie z.B.: wieder einmal, ein weiteres Mal, schon wieder, mal wieder, erneut oder abermals. 

„Mehr“ ist ein unzählbares Mengenwort („mehr Wasser“, „mehr Geld“), man kann es nicht mit der Zahl eins malnehmen“, erklärt Bastian Sick in seiner Zwiebelfisch-Kolumne und gibt folgenden Beispielsatz:

Der Satz „Johannes wollte einmal mehr Geld verdienen“ ist nur dann richtig, wenn er bedeutet, daß Johannes eines Tages mehr Geld zu verdienen hoffte, nicht aber, daß er wieder einmal Geld verdienen wollte.

Mir fällt auch noch einer ein:

Nicht einmal mehr in anspruchsvolleren Texten ist man vor Sprachmüll sicher.
😉 😉

Realisier‘ doch mal…

Haben Sie schon realisiert, daß unsere Sprache durchsetzt ist mit verkappten Anglizismen und daß sich in diesem Satz dazu ein Fehler befindet, der immer weiter um sich greift? Alle Welt schreibt oder sagt dauernd „Realisieren“, wenn eigentlich „Erkennen“ oder „Bemerken“ gemeint ist.. warum bloß? Richtig müßte es heißen, haben Sie schon erkannt oder bemerkt oder sich klargemacht, daß…

To realize heißt auf Englisch „erkennen/sich klarmachen“, nicht aber auf Deutsch.
Im Deutschen ist realisieren ein Synonym für „verwirklichen“. Punktum.

Sätze, in denen „realisieren“ vorkommt, verlangsamen die Lesegeschwindigkeit (zumindest meine), meist muß ich zweimal lesen, um zu erkennen (nicht zu realisieren), wie denn realisieren nun schon wieder gebraucht wird: im Sinne von verwirklichen oder erkennen …

Na, schwirrt der Kopf? 😉

Ich realisiere gerade ein Projekt: Ich sammle Sprachmüll und mache Sprachglossen daraus…  🙂

Baggerseen und Kiesgruben im Stormerland

Man glaubt ja nicht, was für landschaftliche Perlen Kiesgruben und Baggerseen sein können.

Nach einem Flohmarktbesuch in Norderstedt wollten wir gestern den „Baggersee“ am Norderstedter Stadtpark erkunden und wunderten uns über die vielen Autos, die vor dem Stadtpark abgestellt waren. War hier irgendein „Event“ in Gange?

Nein, der Stadtpark ist seit der Gartenschau 2012 nur hübsch hergerichtet und bietet eine wunderschöne Kulisse für Spaziergänger sowie allerlei Interessantes auf dem Weg. Sogar Wasserski kann man auf dem Baggersee fahren und im „Haus am See“ auf der Terrasse gemütlich essen und trinken. Wasserski bin ich das erste und einzige mal mit ungefähr 12 auf dem Wörthersee in Österreich gefahren, seitdem wollte ich es immer mal irgendwo wieder ausprobieren, vielleicht demnächst hier? 😉

Wir spazierten in der prallen Sonne um den See herum und haben bei einem Kaffee auf der schmalen Außenterrasse des Strandbades mit Blick auf See und Sandstrand  das Treiben am und auf dem See genossen. Auf den Riesenschaukeln kann man sich wieder in die Kinderzeit zurückversetzt fühlen.

Der Stadtpark bietet noch wesentlich mehr, das eine spätere Erkundung wert ist… Aussichtspunkte, einen Waldpark mit Heideflächen, ein Arboretum, einen Kräutergarten, Picknickplätze, eine Waldbühne, Obstbaumwiese, einen biblischen Obst- und Weingarten, einen Bauernhof und noch vieles mehr.

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Auf dem Rückweg lag dann auch noch die mir bisher unbekannte sog. Costa Kiesa, eine Kiesgrube in Tangstedt, für die gerade neue Regeln aufgestellt wurden. Ein Kleinod mit wunderschönen flachen, seichten Ufern, die an azorische Seen erinnerten. Der idyllische Baggersee an der Harksheider Straße in Tangstedt ist ein echter Geheimtip. Bei unserem Besuch lag er in der Abendsonne und bot ein wunderschönes Ambiente.

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Zu guter Letzt haben wir dann auch noch der Bargfelder Kiesgrube einen kleinen Besuch abgestattet. Dieses etwas versteckte Idyll habe ich im letzten Jahr erst so richtig entdeckt, hier kann man auch herrlich schwimmen! Allerdings war es dafür gestern dann doch schon zu kalt.

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