Wieder zuhause – der Garten ist explodiert

Gestern bin ich von Ihlowerfehn nach Hause gefahren, war ein echt heißer Ritt, schwül, heiß und sonnig. Von der Hitze, dem monotonen Fahren, den vielen LKW und den mich dauernd mit annähernd doppelt so hoher Geschwindigkeit überholenden Fahrzeugen wurde mir ganz blümerant zumute, so daß ich ab Tostedt nur noch über Land gefahren bin – über Buchholz, Stelle, Winsen, Hoopte, Geesthacht, Schwarzenbek. Mein Navi hatte mich verlassen, ich hatte nur noch meine Karte und den Mund zum Fragen, geht auch 🙂 Puh. Als ich auf das Elbufer zufuhr, fing es plötzlich gruselig an zu stürmen und zu regnen, der Himmel verfinsterte sich bedrohlich und die Leute sahen zu, daß sie in die Häuser und von der Straße wegkamen… so ein Wetterkriegszenario hätte jetzt noch gefehlt.. … Zum Glück beruhigte es sich schnell wieder.. Ich bin so froh, wieder zu Hause zu sein. Der Garten ist explodiert: 😉

P1010719.JPG
P1010718P1010743P1010731P1010725P1010715P1010721

Greetsiel und Pilsum mit dem „Otto“-Turm

Mit dem Auto und dem Rad im Gepäck war ich in Greetsiel. Hübsches Städtchen, aber für meinen Geschmack viel zu viele Touristen.. Mit dem Drahtesel ging es auf dem Deich zum Leuchtturm in Pilsum, da wollte ich ja schon länger mal hin :-). Es war so gut wie niemand auf dem Deich unterwegs, daher fuhr ich obenauf und stieg ab als zwei einsame Wanderer in Sicht kamen. An der Zurechtweisung merkte ich gleich, daß ich wieder in Deutschland war: „Aber Sie wissen schon, daß der Radweg unten ist?“ Halleluja. Zum Glück hielt das Wetter. Der Leuchtturm wird von allen Seiten und Perspektiven abgelichtet. Im Netz habe ich ein kleines Video zum Turm gefunden und eines, das die lustigsten Szenen aus dem Otto-Film zeigt. 🙂

Danach ging es über Pilsum wieder zurück nach Greetsiel, dort gab es ein Mittagsmahl. Dann Emden: Leider war hier verkaufsoffener Sonntag und es fing langsam an zu regnen. Bin geflüchtet, Emden muß ich ein anderes Mal näher erkunden, heute sollte das nicht sein. Morgen geht es nach Hause, kurzzeitig überlege ich, ob ich heute abend schon fahre, bin aber zu k.o. Werde morgen recht früh aufbrechen. Bin schon gespannt, wie der Garten aussieht.

20160529_114620[1]20160529_114614[1]20160529_152500[1]20160529_130755[1]

Ihlowerfehn – Radtour zum Großen Meer

Über den Abschlußdeich bin ich mit dem Auto weiter bis Ostfriesland gefahren. Auf der Brücke mußte ich natürlich anhalten und auf den Aussichtsturm steigen. Am frühen Nachmittag habe ich meine Unterkunft in Ihlowerfehn (schönes ruhiges Örtchen mit vielen Wassergrundstücken) erreicht und gleich eine Radtour zum Großen Meer gemacht. Dort im Biergarten bei Sonnenschein geschmaust. Herrlich.. Das niederländische System mit den Knoppunten findet sich hier interessanterweise auch. An jedem noch so öden Weg finden sich sogar Wegweiser mit Karten. Da hat man wohl grenzüberschreitend zusammengearbeitet.Für die Rückfahrt sucht mein Navi den kürzesten Weg raus, der sich allerdings als landschaftlich nicht so reizvoll und gefühlt komischerweise doppelt so lang herausstellt. Da ich dem Navi nicht immer brav folge, drehe ich ein paar ungewollte Extrarunden und bin erst gerade kurz vor dem Dunkelwerden am Quartier. Das war knapp.;-)

P1010688P1010693P1010694

 

Entdeckungen in und um Andijk

Heute ist mein letzter Tag in Holland und ich habe ihn ruhig ausklingen lassen. Ich bin in und um Andijk ein wenig herumgefahren und habe ein paar nette Entdeckungen gemacht. In der (reformierten) Kirche habe ich eine kleine Privatführung bekommen vom Küster, der gerade ein Konzert vorbereitete – auf Niederländisch … ich habe ca. 75 % verstanden ;-). Es gibt einen unglaublich lauschigen Teegarten und der Ort wird von Kanälen durchzogen, wunderschön. Skurril fand ich eine zum Restaurant umfunktionierte Kirche („Het Kerkje„), auf die man direkt vom Deich schauen kann. Am Strand habe ich versucht, holländische Rezeptzeitschriften zu lesen  Bewundert habe ich auch noch den riesigen Garten der Unterkunft. Hier ergab sich noch ein kleiner Schnack mit einem Pärchen aus Koblenz: Es gab Reisetips (Rheinsteig, Borkum und Neuharlingersiel) sowie Hinweise zur Tomatenzucht :-).

Leider habe ich vieles nicht geschafft: Amsterdam, Alkmaar, die Nordseeküste und Marken müssen bis zum nächsten Mal warten ..Morgen geht es nach Ihlowerfehn. Habe mich nun doch für die Autobahnvariante entschieden, um eher dort zu sein.

P1010636P1010643P1010645P1010650P1010658P1010664P1010665P1010670

Texel

Nur ganz kurz, es ist 21.30, ich bin gerade zurückgekommen von Texel…kann nur bis 22 Uhr online sein: Texel ist GRANDIOS – die beste Insel, auf der ich je war. Und es war Kaiserwetter!

Um 9.30 Uhr komme ich am Fährhafen fast punktgenau rechtzeitig zur Abfahrt der Fähre von Den Helder an. 20 Minuten Fährfahrt. Radfahrer, Radfahrer, Radfahrer, Schafe, Schafe,  Deiche, Schiffe, endloser Strand, Dünen, Meer, blauer Himmel, alles, was der Mensch zum Glücklichsein braucht, gab es heute auf Texel… Ich habe die komplette Insel mit dem Rad umrundet, bin auf den Leuchtturm („Eierland“) geklettert und habe kurze Streifzüge durch die Strand- und Dünenlandschaft unternommen. Zeit für einen Kaffee, Erdbeeren und Eis war auch noch. Um halb sechs bin ich wieder an der Fähre, die Abfahrt um 18 Uhr ist mir zu früh und ich beobachte lieber noch gemütlich das Treiben von einer Anhöhe aus. Um 19 Uhr geht’s wieder zurück nach Den Helder…

P1010584P1010588P1010605P1010583P1010589

P1010619

Edam, Volendam und Monnickendam

Wieder mit dem Auto und dem Rad im Gepäck geht es über Hoorn nach Edam, Volendam und Monnickendam. Ich irre ein wenig herum, bis ich den Weg direkt am Deich finde. Ab Schardaam geht es wieder direkt am Deich entlang bis Edam. Dort lasse ich am Ortseingang das Auto stehen und fahre mit dem Rad weiter. Die Stelle merke ich mir gut, ich will ja hinterher mein Auto wiederfinden. Edam ist ein Kleinod – ein gemütliches typisch holländisches Städtchen mit schönen alten Häusern, einem Kaasmarkt und ein paar Läden, wo man natürlich Edamer kaufen kann, aber alles angenehm zurückhaltend. In Volendam tobt dagegen der Trubel – Touri-Nepp vom feinsten, man kann sich in holländischem Kostüm fotografieren lassen, Japaner wuseln mit laufender Kamera durch die Fußgängerzone… Von hier kann man auch Schiffsausflüge machen. Nach Monnickendam komme ich nicht auf dem gewünschten Weg direkt am Wasser, sondern über eine Landstraße, die aber auch hübsch am Kanal gelegen ist. In Monnickendam ist es ruhiger, auch ein hübsch herausgeputzter Touristenort. In einem Biergarten komme ich mit einem deutschen Pärchen aus dem Münsterland ins Gespräch, sie schenken mir eine Karte mit den „Knoppunten“, die hier so wichtig sind. Ganz Holland ist durchzogen von Knoppunten, also  nummerierten Knotenpunkten, die sich auf zahlreichen Schildern wiederfinden. Es gibt sogar eine App dafür. Wenn man weiß, wo man hinwill, braucht man nur diesen Nummern folgen. Und ich hatte mich schon immer über die vielen Nummern gewundert und gedacht, das seien Tourennummern… ;-). Mit der Karte und den angegebenen Nummern ist es leicht, ansonsten kann man schon schnell die Orientierung verlieren, ich natürlich ganz besonders ;-). Der Rückweg direkt am Wasser glückt spielend. Da mich in Edam die Technik verlassen hat und ich mir in Volendam neue besorgt habe, mache ich nochmal einen kleinen Foto-Rundgang durch Edam. Das Auto finde ich zum Glück wieder. Bis Hoorn fahre ich am Deichweg entlang, wunderschön, die Sonne kommt raus… In Hoorn verliere ich erwartungsgemäß den Anschluß an den Deichweg. Ein netter Holländer mit Rad lotst mich wieder auf die richtige Fährte. Bisher sind alle Holländer furchtbar nett und können gut und geduldig Wege erklären. Nach der Beschreibung finde ich bis nach Enkhuizen und von dort verzichte ich auf den Deichweg und fahre, da es schon recht spät ist, auf den normalen Landstraßen bis zum Quartier. Ich verfahre mich keinmal, einfach unglaublich :-).

20160525_18193120160525_18173120160525_18170320160525_16364620160525_16231520160525_173756

20160525_174414

20160525_174325

20160525_164205

Hoorn

Ab kurz vor 10 Uhr kommt unerwartet die Sonne ein wenig raus. Ein Ausflug nach Hoorn mit dem Auto und dem Rad im Kofferraum scheint mir für heute die beste Möglichkeit zu sein. Es geht direkt am Ijsselmeer entlang , herrlich… Dankbar sauge ich die spärlichen Sonnenstrahlen auf und genieße die Aussichten aufs Wasser. Kurz vor Hoorn findet das Auto einen geeigneten Abstellplatz in einem Gewerbegebiet und in der Nähe des Julianaparks. Von nun an geht es mit dem Rad weiter.

Hoorn ist grandios … Der Reiseführer sagt: „Das Stadtbild Hoorns zählt zu den schönsten des Landes. Die Innenstadt glänzt mit zahlreichen denkmalgeschützten Bauten. Die goldene Zeit Hoorns lag im 16. Jahrhundert, als die Stadt über den bedeutendsten Hafen der damaligen Zuiderzeeregion verfügte – Handel und Seefahrt florierten. Stattliche Herrschaftshäuser stehen Seite an Seite neben historischen Lagerhallen. Die großzügig angelegten Hafenanlagen erinnern an die Zeiten als der rege Handel mit den fernöstlichen Kolonien in voller Blüte stand. Der einstige Wohlstand ist an vielen Stellen sichtbar geblieben.

Über den Julianapark geht es in die Innenstadt. Die Straße Grote Oost führt zum Platz Rode Steen, hier fällt der Blick sofort auf das hohe, imposant verzierte „Westfriesische Museum“  aus dem 17. Jahrhundert.  Irgendein offizieller Fototermin findet gerade statt – offenbar mit dem Bürgermeister oder einem sonstigen Repräsentanten, der eine Eisenkette trägt.  Sie rufen mir etwas zu, das ich nicht verstehe :-). Ich fahre und schlendere durch den Ort: Altes malerisches Hafenviertel, historische Windjammer, Verteidungsturm „Hoofdtoren“, das alte Rathaus von 1613, alte Klosterkapelle und das „Sint Jansgasthuis“ mit einer Renaissancefassade.. Die alten, reichlich verzierten  Kaufmanns- und Bürgerhäuser erinnern teilweise an „Die Buddenbrooks“.

Der Radverkehr ist privilegiert. Die Radfahrer bewegen sich überwiegend auf der Straße, auf den Straßen sind meist auf beiden Seiten abgeteilte Radfahrstreifen vorhanden. Für Fahrzeuge sind viele Straßen gesperrt, aber für Radfahrer sind sie erlaubt, auch in Einbahnstraßen darf in Gegenrichtung gefahren werden.  So macht Radfahren Spaß! An den Häusern lehnen überall Räder mit großen Körben oder Kisten.  Auf der Rückfahrt durch den Julianapark entdecke ich noch Fasane und eine Badestelle.

In einem Supermarkt kaufe ich dann noch richtige Milch: „Volle melk“ – die gestern in Medemblik gekaufte „Karnemelk“ hatte sich als Buttermilch herausgestellt.P1010450P1010453P1010454P1010476P1010484P1010496P1010510P1010513P1010514P1010523