Reiseprospekte mit dem Charme der 70er

Ich habe alte Reiseprospekte von Holland gefunden, sie stammen vermutlich von meinen Großeltern. Wahre Juwelen aus den 70er Jahren. Sie scheinen Amsterdam, Keukenhof, Den Haag, Scheveningen und Amsterdam bereist zu haben. In Scheveningen war ich schon mal kurz auf der Rückreise von England (Harwich-Hoek van Holland). Ich fand es damals eigentlich nicht so „lekker“ dort. Möglich, daß es mit am Wetter gelegen hat :-)*

Das Faltblatt (neudeutsch „Flyer“) HOLLAND Blume im Knopfloch Europas hat es mir besonders angetan: Man beachte das Pärchen, das Arm in Arm im Reisekostüm durch Amsterdam spaziert. Oder die Werbung für die königlich-niederländische Luftverkehrsgesellschaft mit dem jungen Mann mit Holzschuh, Schlaghose und Fotoapparat. Ist das nicht herrlich?

Auf der ersten Seite liest man eine Einführung mit Formulierungen, in denen man baden kann:

Holland, das hübsche Ferienland
„Alles liegt in touristischer Reichweite. Hier sind Sie nie stundenlang für eine Sehenswürdigkeit unterwegs. Das ganze Land ist vollgepackt mit Schnickschnack aus alter Zeit. In keinem Land der Welt ist der Abwechslungsreichtum so groß, auch landschaftlich. Da breiten sich Marschen unter Wolkenburgen aus; Heideflächen mit summenden Sommerbienen: raunende Forste und blitzende Seen. Zweihundertfünfzig Kilometer mißt allein schon der Hollandstrand. Der Mensch verliert sich am Horizont eines bunten Panoramas.

Holland wirkt wie ein abendländisches Geschichtsbuch: Hünengräber, Römervillen, Frankenburgen, Bastionen des Mittelalters und Tausende Giebel goldener Jahrhunderte. Verflogene Zeiten legen einen spürbaren Hauch über die Gegenwart. Da träumen liebliche Uferstädtchen; Glockenspiel perlt aus Türmen der Gotik und Renaissance, und die Museen gleichen Schatzkammern, die zur eigenen Suche nach Antiquitäten reizen.

Holland wird von netten Leuten bewohnt, die sich gern mit Gästen aus der Fremde unterhalten und sie in ihre Stuben blicken lassen. Alles wirkt wie für den Besuch geputzt: mit Blumenteppichen, bunten Windmühlen, liebevollen Trachten. Das Land der Spitzenhauben und der Holzschuhe, aber auch kühner Ingenieursbauten, die nirgendwo auf der Erde übertroffen werden. Mit einem Bein stehen die Holländer in ihrer großen Vergangenheit; mit dem anderen mitten im 20. Jahrhundert. Diese Mischung überrascht und amüsiert. Ferien in Holland sind immer eine Bereicherung. Sie haben Inhalt.“….

Na, dann schau’n wir mal 🙂

*P.S. Ich habe in meinem England-Reisebericht von damals (2002) folgenden Eintrag zu Holland gefunden:

„Scheveningen. Hier ist noch alles geschlossen und die Promenade bietet ein trostloses Bild: alles ist naßgeregnet, der Pier ist voll mit irgendwelchen verwaisten Vergnügungsangeboten und Cafés… Einige Arbeiter räumen die Außenlokale oder Kioske auf. Der Reiseführer sagt dazu: „Lebenslustig. Sportlich. Kreativ. Mit anderen Worten: Urlaub in Scheveningen. In dem Badeort vor den Toren Den Haags sind Fun und Action angesagt. Zwischen Pier und Pavillons kommen kleine und große Urlauber in Schwung“.  Das nächste Ziel ist Noordwijk aan Zee. Dort gucken wir nur kurz über die Dünen, fahren dann aber weiter nach Zandvoort, wo der Strand lockt. Wir flanieren durch Ort und Läden und erfahren aus der BILD-Zeitung wieder etwas von der Flutkatastrophe. Dann lassen wir  uns am Strand nieder in der Sonne und baden sogar.“

 

 

 

 

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Bedrohte Wörter

Ich mag Wörter, die kaum noch benutzt werden und damit leider in Vergessenheit geraten. Es gibt wunderbare Bücher zum Thema, zum Beispiel das „Lexikon der bedrohten Wörter“, Band I und II von Bruno Mrozek, ein Auszug aus der Wörterliste findet sich unter www.bedrohte-woerter.de.

Dabei sind so herrliche Sachen wie blümerant, Dreikäsehoch, Trottoir, Tornister, Flickschusterei, poussieren, Zinnober oder Chaiselongue. Auch meschugge ist nett, oder „verheerend“. Hat meine Oma immer gesagt :-).

Auch retropedia.de oder www.kunst-worte.de sind Fundgruben.

Entdeckt und gleich bestellt habe ich nunmehr auch das Lexikon der schönen Wörter und das Rotbuch/Schwarzbuch Deutsch mit einer Liste „untergegangener Wörter“.

Ich werde versuchen, in diesem Blog möglichst viele bedrohte Wörter zu verwenden.

Nachstehend fange ich mal eine wilde Liste zum Thema Reisen und Unterwegssein an, die ich nach und nach ergänze. Vorschläge werden natürlich gern genommen:

Kleinod, Forst, Hain, Gefilde, Hügelland, Landpartie, Sommerfrische, Altweibersommer, Lenz, Gewölk, Erholungsaufenthalt, Landaufenthalt, aufs Land fahren, Meerfahrt, Reisefieber, Wanderlust, Reiselust, Meerbusen, Waldeinsamkeit, Wüstenei, Walachei,

Kaiserwetter, Husche, lauschig, lauschen, erspähen, spähen, zauberhaft, grandios, Wonne, tirilieren,

Spritztour, Streifzug, Butterfahrt, Gesellschaftsreise, auf Schusters Rappen, lustwandeln, Müßiggang, Vergnügungsreise, Spritztour, Fahrt ins Blaue, Muße, bereisen, flanieren, wandeln, Tapetenwechsel, wir fahren in die „Zone“, Zonenrandgebiet, kneippen,

Chaussee, Gasse, Drahtesel, Veloziped, Scheese, Omnibus, Benzinkutsche, Droschke, Geländefahrrad, Flugschein, Hotelhalle, Abfertigungshalle, Fahrkartenknipser, Eisenbahnschaffner, Billet, Perron, Autoverleih, Fernsprecher, Reiseruf,

Kofferradio, Tingeltangel, Kaschemme, Spelunke, Milchbar, Vergnügungsstätte, Badeanstalt, Farbfilm, Fotoapparat, Reisekostüm, Anorak, Zimmermädchen, sich ins Fremdenbuch eintragen, Fremdenzimmer, Fünfuhrtee, Frischauf,

Logis/logieren/einlogieren, Quartier, Beherbergungsbetrieb,  Kulturbeutel, Gabelfrühstück, Katzentisch, Reisenecessaire, Henkelmann,  Schmaus, Schlachtenbummler, . .. und „Auf Achse“ gehört wohl auch dazu.

 

Westwärts. Die Planung

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Westwärts – der Weg ist das Ziel –
vom Stormerland nach Ammerland, Holland und ins Moormerland
(mit Rad und Auto)

Ich wollte immer schon mal nach Holland – in das klassische Fahrradfahrerland. Auch das Ammerland und Ostfriesland mit dem „Otto“-Turm sowie das Moormerland reizen mich schon länger. Da lag es nahe, alles zusammen zu einer Tour („Westwärts“) zu verbinden, was ein wenig Überlegung erforderte. Hat auch den Vorteil, daß ich keine langen stupiden Autobahnstrecken fahren muß.. Die Grobplanung sieht bisher folgende Route/Ziele vor:

Ammerland
Schwanewede, Oldenburg, Bad Zwischenahn, Rastede,Wiefelstede, Westerstede

Weiterfahrt: Leer, Groningen, Drachten, Heerenveen, Leeuwarden

Holland
Brücke von Kornwerderzand bis Den Oever (Nordbrücke über das Ijsselmeer), Alkmaar (Käsemarkt Fr.), Den Helder, Muiderberg, Haarlem, (Keukenhof), Amsterdam, Markermeer, Marken, Edam, Ijsselmeer, Almere, Harderwijk, Lelystad (Südbrücke über Ijsselmeer), Oberijsell, Ketelmeer

Moormerland/Ostfriesland/Weser
Groningen, Dollart, Krummhörn/Pilsum, Leer, Emden, Moormerland, Fehnroute, Varel / Dangast, Jadebusen, Butjadingen, Brake, Harriersand Unterweser, Bremerhaven, Bremerförde, Stade, Buxtehude, eventuell noch Altes Land

 

Holländisch

Ich werde mich ein wenig näher mit Holländisch befassen, oder heißt es Niederländisch? Diese Sprache hat mich schon immer interessiert, weil sie so urig und lustig ist und an Plattdeutsch erinnert. Meine ersten Kenntnisse kann ich dann in Holland gleich nutzen. Einige Worte kann ich immerhin schon, z.B. „lekker“, „slapen“,“ik“ und „privacy bescherming“ 😉

Ein interessanter Blog zum Thema Niederländisch und die Niederlande findet sich unter: www.buurtaal.de/blog/. Auch die Seite der Uni Berlin (Niederländische Sprachwissenschaft) scheint einiges zum Thema zu bieten.

Gerade habe ich eine Seite mit den 10 wichtigsten Worten auf Reisen entdeckt, hier ist der Link zu den 10 wichtigsten niederländischen Worten.

Am 29. Februar geht’s los mit einer Woche Holländisch für Anfänger bei der Hamburger Volkshochschule. Der Urlaub ist schon eingereicht. Ich bin gespannt….

Die Idee – der Weg ist das Ziel

Hm, das neue Jahr wirkt offenbar sehr inspirierend auf mich. Heute habe ich meine Reise nach Holland geplant. Entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten habe ich die Route bereits grob festgelegt. Das habe ich nur mal für eine Englandreise gemacht, für die ich ca. 80-100 Ziele anhand von Reiseprospekten und -führern herausgesucht hatte, von denen wir – wenn ich mich recht erinnere – ungefähr 80 Prozent geschafft haben.

Tja, und dann kam die Idee mit dem Reiseblog. Ich werde versuchen, unterwegs einen kleinen Reisebericht zu schreiben…

Neben dem Thema Reisen & Ausflüge sollen hier auch allerlei Sprachthemen „zur Sprache“ kommen, mir schwebt da schon einiges vor: Altdeutsch & Neudeutsch, Kauderwelsch, Psychojargon, Denglisch, Dummdeutsch, Neusprech, Schlechtschreibdeform und sonstiger Sprachmüll.. ;-). Nach Eingabe des Stichwortes Sprachmüll fand ich soeben diesen famosen Blog: textundsinn.wordpress.com. Den muß ich beizeiten intensiv studieren :-).

Und dann werde ich auch ab und zu vielleicht noch von diversen skurrilen Begebenheiten berichten oder ein paar Gartenerfahrungen zum besten geben.

Wen’s interessiert: immer mal wieder reinschauen und weitersagen.. 🙂